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Kindertagesbetreuung NRW

Das Projekt Kindertagesbetreuung NRW beschäftigt sich mit inhaltlichen und konzeptionellen Fragen der frühkindlichen Bildung im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung und Evaluation der landesgesetzlichen Rahmenbedingungen in Nordrhein-Westfalen. Dabei werden sowohl Aspekte des quantitativen Ausbaus als auch Möglichkeiten zur Erhöhung der Qualität der Kindertagesbetreuung betrachtet. Basis des Projekts sind gesicherte statistische Daten und Methoden, die in Verbindung mit weiteren wissenschaftlichen Forschungen in das Projekt einfließen und zu neuen Erkenntnissen im Themenfeld der frühkindlichen Bildung auch über Nordrhein-Westfalen hinaus führen.

Forschungsschwerpunkt

Regionalbericht Kindertagesbetreuung NRW:

Inanspruchnahme, Personal und Rahmenbedingungen.
Räumliche Analysen der Entwicklungen in der
Kindertagesbetreuung in Nordrhein-Westfalen.

 

Hintergrund und Zielsetzung

Aufgrund des seit 2013 bestehenden Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr sowie der gestiegenen Ansprüche an die Qualität der Angebote in der Kindertagesbetreuung, hat sich die Kindertagesbetreuung in Nordrhein-Westfalen im letzten Jahrzehnt enorm ausgeweitet und konzeptionell ausdifferenziert.  

Zur Erfassung und Beobachtung der skizzierten Entwicklungen liegt inzwischen eine ganze Reihe an regelmäßig erhobenen Daten vor. Dies sind insbesondere die Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik, die landeseigenen Daten aus KiBiz.web sowie daneben die nicht-amtlichen Daten der DJI-Kinderbetreuungsstudie U15/U12. Es fehlt bislang eine NRW-spezifische und alle Datenbestände inte­grierende, kontinuierliche und kleinräumige Berichterstattung (auf Jugendamtsebene). Weiterhin ist es auf Basis der vorliegenden Veröffentlichungen vielfach nicht möglich, spezielle Entwicklungen gemeinsam mit Akteur(inn)en aus der Praxis in den Blick zu nehmen  und aktuelle Fragestellungen zeitnah zu begleiten.

Im Hinblick auf den Ausbau sowie die Ausdifferenzierung der Angebote der Kindertagesbetreuung ist ein System empirischer Dauerbeobachtung im Sinne einer regionalisierten Berichterstattung „Regionalbericht Kindertagesbetreuung NRW“ erforderlich. Ziel des Projektes ist es, kontinuierlich verfügbare Basisinformationen, konzeptionelle Entwicklungstrends und Bedarfsdynamiken über alle Bildungs- und Betreuungsangebote des Systems der Kindertagesbetreuung hinweg darzustellen. Damit soll auf Landesebene wie auch auf Ebene der Jugendamtsbezirke steuerungsrelevantes Wissen für die kommunale Jugendhilfeplanung zur Verfügung gestellt und Erkenntnispotential für die Weiterentwicklung rechtlicher Rahmensetzungen im System der Kindertagesbetreuung in NRW geliefert werden.

Fragestellungen

Die konkreten Fragestellungen des Projektes berühren sowohl Aspekte der strukturellen (Weiter-)Entwicklung des Systems der Kindertagesbetreuung als auch Fragen der qualitativen Entwicklungen im System. Das methodische Vorgehen basiert auf der Kombination einer regelmäßigen Sekundäranalyse bestehender Daten in Form einer indikatorenbasierten Berichterstattung (Teil A) mit einer vertiefenden Sekundäranalyse zu einem ausgewählten Schwerpunkt (Teil B), die je nach Fragestellung und Bedarf durch eigene Erhebungen ergänzt wird.

Im Rahmen des Projektes werden in Teil A des Berichts Fragestellungen aus drei Themenfeldern bearbeitet. Diese Themenfelder sind:

  • Inanspruchnahme, Bedarfsentwicklung
  • Personal in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege
  • Rahmenbedingungen der Bildungsangebote

In Teil B des Berichts werden aktuelle Fragestellungen erarbeitet und als Schwerpunktthema eingehender beleuchtet. Für den ersten Bericht wurde das Themenfeld der „Platzbedarfsermittlung“ gewählt. Die Strategien und Verfahren der Platzbedarfsermittlung werden mittels einer Onlinebefragung der Jugendämter erhoben. Ziel ist es, einen Überblick über die Vielfalt der Herangehensweisen zu erhalten sowie die Potenziale und Herausforderungen der einzelnen Strategien zu identifizieren.

Regionalisierte Auswertungen

Um Jugendamtsbezirke mit ähnlichen Rahmenbedingungen vergleichbar darzustellen, können strukturelle Faktoren herangezogen werden. So können Jugendämter kreisfreier Städte, Kreisjugendämter und Jugendämter kreisangehöriger Gemeinden mit unter und über 50.000 Einwohnern zusammengefasst betrachtet werden. Je nach Fragestellung bieten clusteranalytische Methoden eine Gruppierungsmöglichkeit der Jugendamtsbezirke nach ähnlichen Kontext- und Kompositionsmerkmalen, um Analysen auch hinsichtlich sozialstruktureller Rahmenbedingungen zu ermöglichen.

Forschungsbegleitende Arbeitsgruppe

Um eine prozessbegleitende Dauerbeobachtung und Analyse der Angebote und Inanspruchnahme der Kindertagesbetreuung in Nordrhein-Westfalen zu gewährleisten, soll ein regelmäßiger fachlicher Austausch zwischen der Forschungsgruppe „Kindertagesbetreuung NRW“ des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund und Expert(inn)en aus dem Verantwortungsbereich der frühkindlichen Bildung erfolgen.

Laufzeit

Januar 2012 - Dezember 2020

Förderung

Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKFFI)

Mitarbeiter/-innen

Jakob Gossen
Tel.: 0231/755-5551
E-Mail: jakob.gossen@tu-dortmund.de

Yvonne Queißer-Schlade
Tel.: 0231/755-8184
E-Mail: yvonne.queisser-schlade@tu-dortmund.de

Laura Eichelsbacher (studentische Hilfskraft)
E-Mail: laura.eichelsbacher@tu-dortmund.de