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Kooperation Jugendhilfe und Schule

Die Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe und Schule stellt keineswegs eine neue Anforderung dar. Die Kooperationsbeziehungen zwischen beiden Institutionen haben sich seit den 1980er-Jahren zunehmend intensiviert und ausgeweitet. Im Zuge der aktuellen Bildungsdiskussion hat diese Thematik jedoch zusätzlich an Stellenwert für die Programmatik und Praxis von Kinder- und Jugendhilfe sowie Schule gewonnen. Hierbei wurde das herkömmliche Aufgaben- und Zuständigkeitsverständnis durch gesellschaftliche Veränderungen in Kindheit, Jugend und Familie, die zu neuen Bildungsherausforderungen geführt haben, in Frage gestellt. In diesem Zusammenhang stellt die Neujustierung der Kooperation sowie des Feldes Bildung, Betreuung und Erziehung insgesamt aktuell eine der größten Herausforderungen für alle beteiligten Akteure dar.

Das Thema Jugendhilfe und Schule ist vor allem aus der Ganztagsschuldebatte nicht mehr wegzudenken. In Nordrhein-Westfalen ist die Jugendhilfe mittlerweile fest in der Ganztagsschule verankert. Die Ganztagsschule als bildungs- und familienpolitisches Reformprojekt ist eine Antwort auf die vielschichtigen Lebens-, Lern- und Sozialwelten von Kindern, Jugendlichen und Eltern. Bedingt durch den flächendeckenden Ausbau der offenen Ganztagsgrundschulen haben in der Primarstufe im Schuljahr 2017/18 93% der Schulen einen Ganztagsbetrieb. Der Anteil in der Sekundarstufe I liegt bei 49%.

Im Forschungsverbund DJI/TU Dortmund umfasst die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Kooperation von Jugendhilfe und Schule eine Vielzahl von Studien. Hierzu gehörte in der Vergangenheit vor allem die wissenschaftliche Begleitung der offenen Ganztagsschule (OGS) in NRW sowie derzeit das Projekt Erfassung von Betreuungswünschen und Elternbedarfen zur Ganztagsbetreuung in der Primarstufe am Beispiel NRW

Zu den weiteren Forschungsaktivitäten in diesem Feld gehörte u.a. die Evaluation eines Gewaltpräventionsprojektes der Stadt Dortmund, durch das die Sozial- und Problemlösungskompetenzen der beteiligten Hauptschüler/-innen gestärkt und ihre Bereitschaft zu gewaltfreier Konfliktlösung erhöht werden sollte. Nicht zuletzt weisen auch einige Projekte aus anderen Forschungsfeldern – vor allem der Kinder- und Jugendarbeit – Berührungspunkte zu dem Themenfeld Jugendhilfe und Schule auf, wie aktuell das Projekt „Offene Jugendarbeit am Ort Schule – verbesserte Bildungsgelegenheiten für Heranwachsende?“