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tu Dortmund

Sekundäranalyse atypischer Beschäftigungsverhältnisse in ausgewählten Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe

Zu den Beschäftigungsverhältnissen in der Kinder- und Jugendhilfe existiert nur eine relativ schmale Wissensbasis. Dennoch gibt es etliche Anzeichen für einen sich abzeichnenden Wandel der Beschäftigungsverhältnisse, die demnach immer stärker von Befristung, Teilzeitbeschäftigung, Zeitarbeitsverhältnissen oder geringfügiger Beschäftigung geprägt sind. Es ist zu vermuten, dass diese Entwicklung nicht nur direkte Effekte auf das Personal der Kinder- und Jugendhilfe nach sich zieht, sondern gleichsam auch Auswirkungen auf die Reichweite, das Leistungsspektrum sowie die Qualität der Angebote hat und sich nicht zuletzt auch in den Konzeptionen der Einrichtungen bzw. Träger wiederfindet. Es wird letztlich auch die Frage zu beantworten sein, inwieweit die Felder der Kinder- und Jugendhilfe mit den aktuellen finanziellen und personellen Rahmenbedingungen in der Lage sind, ihre Aufgaben in der Erziehung, Bildung und Sozialisation von Kindern und Jugendlichen zu erfüllen. Diese Frageperspektive, die vor allem aktuelle Entwicklungsprozesse und deren Effekte in den Mittelpunkt rückt, ist bislang noch nicht in systematischer Weise beforscht worden - insbesondere hinsichtlich der folgenden Arbeitsbereiche der Kinder- und Jugendhilfe: Hilfen zur Erziehung; Kinder- und Jugendarbeit; Kooperationen von Jugendhilfe und Schule.

Anlage und Nutzen der Untersuchung

Vor diesem Hintergrund ist die Forschungsidee entstanden, die Entwicklungen der Beschäftigungssituation in ausgewählten Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe genauer in den Blick zu nehmen. Diese Forschungsidee lässt sich mit Forschungsfragen konkretisieren, die die Beschäftigungssituation in den oben aufgeführten Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe im Vergleich in den Mittelpunkt stellen:

  • Wie stellt sich die Personalsituation in den eingangs skizzierten ausgewählten Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe dar - vor allem hinsichtlich Bildungsniveau, Geschlecht und Alter der Tätigen etc.?
  • Welche Beschäftigungsverhältnisse - vor allem hinsichtlich Befristung, Teilzeit, Honorartätigkeit etc. existieren in Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe und wie stellt sich dies in der Entwicklung dar? Inwieweit sind diese Beschäftigungsverhältnisse als atypisch anzusehen?
  • Gibt es Unterschiede hinsichtlich der verschiedenen Arbeitsbereiche, der Träger(gruppen) oder der Regionen?
  • Lassen sich aufgrund lokaler oder regionaler Berichtswesensysteme und deren Kommentierungen Detailanalysen zu der Beschäftigungssituation anstellen?
  • Welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf die Bereitstellung von finanziellen bzw. personellen Ressourcen und wie ist deren Einfluss zu bewerten (Berücksichtigung des demografischen Wandels, der Finanzsituation der kommunalen Ebene, etc.)?

Das geplante Forschungsvorhaben umfasst drei Zielsetzungen: Erstens soll systematisch das empirisch verfügbare Wissen zu den genannten Fragestellungen gesichtet und aufgearbeitet werden. Zweitens soll auf dieser Grundlage weiterer Forschungsbedarf herausgearbeitet sowie drittens für ausgewählte Forschungslücken eruiert werden, mit welchen methodischen Zugängen die offenen Forschungsfragen bearbeitet werden könnten.

Durchführung

Um das Forschungsvorhaben zu realisieren sind folgende Arbeitsschritte notwendig:

  • Sichtung von Datenquellen: Im Rahmen dieses ersten Arbeitsschrittes erfolgt eine Sichtung von amtlichen Statistiken und weiteren empirischen Studien im Hinblick auf Möglichkeiten und Grenzen einer sekundäranalytischen Auswertung unter der Perspektive des skizzierten Forschungsbedarfs.
  • Sekundäranalyse der amtlichen Statistiken und weiterer empirischer Studien: Unter Berücksichtigung der Sichtungsergebnisse erfolgt eine Sekundäranalyse zugänglicher Datenquellen sowie weiterer empirischer Studien.
  • Identifizierung von Forschungslücken und Entwicklung von Forschungsperspektiven: Die Erkenntnisse, die aus den Sekundäranalysen gezogen werden, sollen neben den ersten Befunden zu atypischen Beschäftigungen in den ausgewählten Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe insbesondere genutzt werden, den weiteren Forschungsbedarf über die benannten Handlungsfelder hinweg zu skizzieren. Es wird angestrebt eine solche Skizzierung durch die Benennung von Forschungslücken und die Entwicklung von Forschungsperspektiven zu konkretisieren.
  • Erstellung eines Berichtes: Über die Befunde aus der Sekundäranalyse sowie den sich ergebenden Forschungs-bedarf zu atypischen Beschäftigungsverhältnissen in den ausgewählten Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe wird ein Bericht erstellt.

Laufzeit

April 2011 - Juni 2011

Förderung

Max-Traeger-Stiftung

Mitarbeiter/-innen

Manfred Bröring
Tel.: 0231/755-7421
E-Mail: mbroering@fk12.tu-dortmund.de

Mirja Lange (zzt. in Elternzeit)
Tel.: 0231/755-7841
E-Mail: mirja.lange@tu-dortmund.de

Bericht