IV Hilfen zur Erziehung, Familie, Frühe Hilfen
Seit Mitte der 1990er-Jahre ist ein kontinuierlicher Zuwachs der Inanspruchnahme erzieherischer Hilfen zu verzeichnen. Dies spiegelt u.a. die sich verschlechternden sozioökonomischen Lebenslagen für Familien, die höhere Sensibilität und differenziertere Wahrnehmung seitens der Fachkräfte, aber auch den gestiegenen Legitimationsdruck von Organisationen im Kinderschutz wider. Die Hilfen zur Erziehung sind spätestens seit der Debatte um die Kindeswohlgefährdung wieder verstärkt in das öff entliche Bewusstsein gelangt.
In der Forschung ist zu den Hilfen zur Erziehung spätestens seit Mitte der 1980er-Jahre ein „Boom“ wissenschaftlicher Untersuchungen zu Struktur- und Organisationsfragen, zu Professionsfragen und zu den Adressaten zu verzeichnen. Dabei ist bezogen auf den Forschungsgegenstand ein breites Spektrum an Hilfen von niedrigschwelligen Beratungsleistungen über ergänzende Leistungen bis hin zu familienersetzenden Maßnahmen zu berücksichtigen. Erweitert werden diese Untersuchungen in den letzten Jahren durch entsprechende Studien zum Bereich der Frühen Hilfen.
Zentrale Beiträge zu diesen Forschungssträngen steuerte auch der Forschungsverbund – insbesondere die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik – bei. Bereits seit mehr als einer Dekade wird mit dem landesweiten Berichtswesen zu den Hilfen zur Erziehung in Nordrhein-Westfalen den Kommunen in NRW ein zentrales Steuerungsinstrument an die Hand
gegeben. Einmal jährlich erscheint in diesem Kontext der HzE Bericht NRW. Mit dem Monitor Hilfen zur Erziehung wurde im Jahr 2012 zudem eine Informationsplattform mit steuerungsrelevanten Fakten entwickelt, die im regelmäßigen Abstand bundesweite Entwicklungen im Rahmen der erzieherischen Hilfen in den Blick nimmt. Aber auch regionale Analysen gehören zum aktuellen Spektrum des Forschungsverbundes: Hierzu zählt das Projekt Zugänge zu familienunterstützenden Angeboten im Horizont sozialer Ungleichheiten und institutioneller Kontexte, welches die Wechselwirkungen von Betreuungs-, Bildungs- und Förderangeboten für unter 3-Jährige sowie familiennahe Dienstleistungen in der Stadt Dortmund analysiert. Des Weiteren befasste sich der Forschungsverbund im Projekt Kindeswohlgefährdung mit dem Ausmaß und Umfang der Risikolagen von Kindern in NRW sowie im Rahmen der qualitativen Studie Wie entscheiden Teams im ASD über Hilfebedarf? mit Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozessen in Fallberatungen in Sozialen Diensten.
Projekte
Landesweites Berichtswesen zu den Hilfen zur Erziehung in Nordrhein-Westfalen – HzE Bericht


