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Jugendhilfe und Schule - eine Win-Win-Situation?


"Die Schule der Zukunft ist eine soziale Institution, an der auch unterrichtet wird". Dieses Statement aus dem Munde eines Vertreters des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen fasst das Anliegen der Tagung "Jugendhilfe und Schule - eine Win-Win-Situation?", die am 7. Mai an der TU Dortmund stattfand, gut zusammen.

Ministerialdirigent Reinhard Aldejohann, Abteilungsleiter im Ministerium und gleichzeitig Vertreter der Kultusministerkonferenz ist sich mit den Mitdiskutierenden der abschließenden Podiumsdiskussion, Prof. Dr. Karin Böllert und Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, einig: Jugendhilfe und Schule müssen zukünftig noch enger zusammenarbeiten, um Kindern und Jugendlichen ein chancengerechtes Aufwachsen zu ermöglichen.

Schon in seinem Eingangsreferat hatte Prof. Dr. Thomas Rauschenbach als Leiter des ausrichtenden Forschungsverbundes Deutsches Jugendinstitut/Technische Universität Dortmund (www.forschungsverbund.tu-dortmund.de) die Frage gestellt, warum sich beide Systeme, obwohl sie sich an die gleichen Adressaten wenden, eigentlich so schwer miteinander tun und Unterschiede in den Strukturen der Institutionen, in der Ausstattung mit personellen und materiellen Ressourcen aber auch in den unterschiedlichen Biografien der handelnden Akteure festgestellt.
Der Vortrag ist erschienen in der Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit (Rauschenbach, Th.: Jugendhilfe und Schule: Keiner schafft´s alleine, in: Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit, 2013, Heft 6, S. 427-435).

Auch die Grußworte der Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen Ute Schäfer und der Prorektorin der TU Dortmund Prof. Dr. Barbara Welzel, hatten sich der Frage gewidmet, wie diese zwei zentralen Protagonisten der Bildungslandschaften in Zukunft besser zusammenwirken können.

Vertieft wurde diese Fragestellung in sechs Foren, in denen die rund 120 Teilnehmer/-innen aus Wissenschaft, Fachpraxis, Politik und Verwaltung die Gelegenheit zur Diskussion mit den Expert(-inn)en des Forschungsverbundes und weiteren Gastwissenschaftler/-innen nutzten. Hier wurden die Auswirkungen der verdichteten Schulzeit auf die Bereitschaft der Teilnahme von Kindern und Jugendlichen an den Angeboten der Jugendarbeit (Forum 1) ebenso diskutiert, wie die Potenziale der Jugendhilfe für die (Ganztags-)Schule (Forum 2) und die Stellung der Schulsozialarbeit im Schulsystem (Forum 3). Weitere Themen der Foren waren die Versuche der Jugendarbeit sich mit ihren Ansätzen von informeller und non-formaler Bildung in lokalen Bildungslandschaften zu positionieren (Forum 4), die Frage, ob aus der Zusammenarbeit von Schule und Hort gute Ganztagsangebote entstehen (Forum 5) sowie die Potenziale, welche Jugendhilfe und Schule zur Unterstützung von Familien bieten (Forum 6).

Die Foren zeichneten sich durch fundierte Beiträge und kontroverse Diskussionen aus. Erkenntnisse und Erfahrungen wurden ausgetauscht und spannende Gedanken zur Zukunft der Kooperationen von Jugendhilfe und Schule entwickelt. Einig waren sich die Teilnehmer/-innen aber darin, dass Fachtage wie diese unbedingt notwendig sind, um den Austausch zwischen Wissenschaft und fachlicher Praxis zu sichern und auch auf dieser Ebene Win-Win-Situationen herzustellen.

 

 

 

 

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