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Historie des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund

Die Gründung des Forschungsverbundes geht auf die Initiative des Leiters des Verbundes, Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, zurück. Prof. Dr. Rauschenbach lehrte und forschte bis Mitte des Jahres 2002 an der Universität Dortmund und ist seitdem Direktor des Deutschen Jugendinstituts (DJI) in München. Die nachhaltigen Kooperationsbezüge zwischen dem Deutschen Jugendinstitut und der Technischen Universität Dortmund haben mit der Gründung des Forschungsverbundes einen institutionalisierten Rahmen gefunden. Beide Forschungseinrichtungen bringen ihr Knowhow und ihre Ressourcen in die Kooperation ein.

Eine Wurzel des Forschungsverbundes ist die Arbeitsmarkt- und Berufsfeldforschung für die Sozialen Dienste. Erste Arbeiten hierzu gehen auf den Anfang der 1990er-Jahre und damit auf Ergebnisse von Projekten am Lehrstuhl für Sozialpädagogik der Universität Dortmund zurück. Die Studien sind heute so aktuell wie damals, problematisieren sie doch beispielsweise die Funktionalität des Ausbildungssystems für den Arbeitsmarkt oder fordern nicht zuletzt konkret die Anhebung der Ausbildung von Erzieher(inne)n. Im Zuge der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Personalfragen wurden die Forschungsaktivitäten zunehmend auch auf jene Mitarbeitergruppen und Arbeitsformen ausgedehnt, die sich jenseits der Hausarbeit und diesseits der Erwerbsarbeit verorten lassen. Mit der Forschung zum bürgerschaftlichen Engagement wurde ein gesellschaftlicher Bereich in den Blick genommen, der sich zunehmender Aufmerksamkeit erfreut.

Nicht zuletzt auch aus dieser Tradition der Arbeitsmarkt- und Berufsfeldforschung heraus hat sich seit den 1990er-Jahren die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik als eine forschungs- und wissenschaftsbasierte Dienstleistungsstelle für Fragen und Ergebnisse einer empirischen Dauerbeobachtung zu Leistungen und Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe etabliert. Der Informationsdienst der Arbeitsstelle „KomDat-Jugendhilfe“ wird mittlerweile von mehr als 4.000 Abonnent(inn)en gelesen.

Der Ausbau öffentlicher Angebote der Erziehung, Bildung und Betreuung für Kinder vor der Einschulung gehört mit zu den zentralen gesellschaftspolitischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte. Diskussionen um die Notwendigkeit einer entsprechenden Infrastruktur bedürfen einer gesicherten Datenbasis. Der Forschungsverbund leistet hierzu seit vielen Jahren einen empirischen Beitrag nicht nur in Form verstetigter Analysen amtlicher Daten, sondern auch im Rahmen einer Mitarbeit an der Auswertung einschlägiger Untersuchungen, z.B. bei der Zeitbudgeterhebung des Statistischen Bundesamtes oder auch der DJI-Kinderbetreuungsstudie.

Das Arbeitsfeld Kinder- und Jugendarbeit stellt einen weiteren thematischen Schwerpunkt des Forschungsverbundes dar. Ausgehend von Arbeiten Prof. Dr. Rauschenbachs u.a. aus den 1980er- und 1990er-Jahren, vor allem zur verbandlichen Jugendarbeit, wurde in der Folgezeit eine Reihe von Forschungsaktivitäten mit unterschiedlichen Zielsetzungen und methodischen Zugängen angestoßen.

Auch mit der Kooperation von Jugendhilfe und Schule setzt sich der Forschungsverbund wissenschaftlich auseinander. In diesem Kontext blickt der Forschungsverbund auf eine langjährige Projektarbeit mit dem Schwerpunkt Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen in enger Zusammenarbeit mit weiteren Forschungsinstituten zurück.

Die Bilanz des Forschungsverbundes nach fast zwei Jahrzehnten intensiver Forschungstätigkeit verdeutlicht für die bearbeiteten Themenstellungen nicht nur ein vielseitiges inhaltliches Spektrum, sondern zeigt auch Erkenntnisgewinne sowie Beratungserfolge in und für Fachpraxis, Politik und Wissenschaft.