Zum Hauptinhalt springen

KomDat Jugendhilfe erschienen: Ausgaben der Kinder- und Jugendhilfe erneut gestiegen

Die aktuelle Ausgabe von KomDat Jugendhilfe schaut auf den weiteren Anstieg bei den Ausgaben der Kinder- und Jugendhilfe, die Fallzahlenentwicklung bei den Hilfen zur Erziehung und den Eingliederungshilfen nach § 35a SGB VIII sowie die 8a-Gefährdungseinschätzungen der Jugendämter. Für 2024 werden hier erneut Höchststände vermeldet. Neben den aktuellsten Entwicklungen beim Personal-Kind-Schlüssel in den Kindertageseinrichtungen 2025 wird im Heft wenige Wochen vor Inkrafttreten der ersten Stufe des Rechtsanspruchs auf ganztägige Förderung von Grundschulkindern auf den weiteren quantitativen Ausbau der Angebote geworfen.

 

Die Haushaltslage der Kommunen bleibt weiterhin angespannt

Die kontinuierliche Steigerung der Ausgaben der öffentlichen Hand für die Kinder- und Jugendhilfe seit 2007 setzt sich auch im Jahr 2024 fort und führt zu einem neuen Höchstwert von fast 79 Mrd. EUR. Davon wurden zwei Drittel der öffentlichen Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe für die Kindertagesbetreuung aufgewendet; dieser Anteil entspricht etwa dem der Vorjahre. Mit knapp 20 Mrd. EUR entfiel ein Viertel der Aufwendungen der Kinder- und Jugendhilfe auf die Hilfen zur Erziehung sowie sonstigen Einzelfallhilfen. Deutliche Zunahmen der Ausgaben gegenüber dem Vorjahr zeigen sich hier bei den Hilfen für junge Volljährige, Inobhutnahmen und den Eingliederungshilfen für junge Menschen mit einer seelischen Behinderung. Der deutliche Anstieg der Ausgaben bei den 35a-Hilfen führt nicht nur den kontinuierlichen Anstieg der Aufwendungen für diese Hilfeform fort, sondern ist zudem auch die deutlichste Zunahme der Ausgaben seit den Implementierungsjahren dieser Hilfeform Ende der 1990er-Jahre.

In Jahren zuvor war die gesamtwirtschaftliche Preisentwicklung ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Begründung der Steigungen der finanziellen Aufwendungen. Im Jahr 2024 flachte die Inflation jedoch ab, sodass die Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe auch preisbereinigt deutlicher ausfällt als zuvor, und sogar am stärksten seit 2016.
 

Erneut Höchststände in den Hilfen zur Erziehung, 35a-Hilfen und den Gefährdungseinschätzungen der Jugendämter

Während in der Kindertagesbetreuung zuletzt eher moderate Entwicklungen, teils auch Rückgänge bei den Kinderzahlen zu beobachten sind, werden in den erzieherischen Hilfen, Eingliederungshilfen bei einer seelischen Behinderung und den 8a-Verfahren für 2024 wieder Höchststände vermeldet. 

Für die Hilfen zur Erziehung verbergen sich dahinter unterschiedliche Entwicklungslinien. So setzen die familienorientierten Hilfen und die Erziehungsberatungen ihren wachsenden Trend weiterhin fort; die Erziehungsberatung hat nicht nur den „Corona-Knick“ zwischen 2020 und 2022 überwunden, sondern ist sogar aktuell stärker gestiegen als in allen Jahren zuvor. Im stationären Bereich haben vor allem die Fälle in der Heimerziehung und betreuten Wohnformen zugenommen – ein Feld das noch die Effekte der zuletzt erhöhten Bedarfe an Unterbringung von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen zu spüren bekam. Allerdings werden erste Ansätze für eine Trendwende sichtbar, u.a. bedingt durch rückläufige Inobhutnahmen aufgrund einer unbegleiteten Einreise.

Anders verhält es sich bei jungen Menschen, die eine Eingliederungshilfe bei einer (drohenden) seelischen Behinderung in Anspruch nehmen. Hier hat sich das Wachstum der Leistungen zuletzt sogar beschleunigt. Mit einem Plus von knapp 10% fällt die Wachstumsrate 2024 im Vergleich zu der Vorjahresentwicklung doppelt so hoch aus. Darüber hinaus handelt es sich um den stärksten prozentualen Anstieg seit 2018. Dabei werden insgesamt nicht nur mehr 35a-Hilfen gezählt. Erhöht haben sich, über längere Zeit betrachtet, auch die Dauer und die Intensität dieser Leistungen.


Kontakt:

Agathe Tabel
0231/755-6583
agathe.tabel@tu-dortmund.de
 

Dr. Christiane Meiner-Teubner
0231/755-8188
christiane.meiner@tu-dortmund.de