Die Umstellung der Bevölkerungsfortschreibung auf den Zensus 2022 bleibt nicht ohne Folgen für zentrale Kennzahlen ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter.
Ein aktuelles Methodenpapier des Forschungsverbunds DJI/TU Dortmund in Zusammenarbeit mit dem Team der DJI-Kinderbetreuungsstudie (KiBS) des Deutschen Jugendinstituts e.V. zeigt, dass sich durch die neue Datengrundlage wichtige Indikatoren wie Beteiligungsquoten, elterliche Bedarfe und die daraus abgeleiteten Lücken zwischen Bedarf und Nutzung rechnerisch verändern können. Insgesamt zeigt das Papier allerdings, dass die Umstellung nicht zu grundsätzlichen Veränderungen der Ergebnisse führen. Lediglich an einzelnen Stellen tauchen Besonderheiten auf, die für die Interpretation zu beachten sind.
Für die Stichtage 31.12.2022 und 31.12.2023 liegen erstmals Bevölkerungszahlen sowohl auf Basis des Zensus 2011 als auch des Zensus 2022 vor. Dadurch lässt sich nachvollziehen, welche Veränderungen allein auf die Umstellung der statistischen Grundlage zurückzuführen sind. Die Bevölkerungszahlen für Kinder im Grundschulalter sind auf Basis des Zensus 2022 in den meisten Ländern geringfügig niedriger als auf Basis der Fortschreibung 2011. In der Folge steigen die Beteiligungsquoten an ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangeboten rechnerisch leicht. Bundesweit verändert sich die Quote für das Schuljahr 2023/24 aufgrund der Umstellung von 57 auf 59 Prozent. Die elterlichen Bedarfe bleiben demgegenüber weitgehend stabil. Entsprechend verringert sich die rechnerische Lücke zwischen Bedarf und Beteiligung, jedoch nur sehr leicht: In zwölf der sechzehn Länder verschiebt sich die Lücke um weniger als 1 Prozentpunkt. Bundesweit sinkt sie beim Ganztagsbedarf von 8 auf 7 Prozentpunkte.
Die Broschüre steht hier kostenfrei zur Verfügung.