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Potenziale der Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen

Im Projekt Potenziale der Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen wurde der erste KJA-Barometer NRW erstellt. Er ist Ergebnis einer Online-Erhebung, an der fast 150 Expertinnen und Experten der Kinder- und Jugendarbeit teilgenommen haben. Das Panel aus hauptberuflich oder freiwillig/ehrenamtlich tätigen Personen mit Leitungsfunktionen aus Verbänden, Vereinen und der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit beantwortete Fragen zu derzeitigen Arbeitsinhalten, zur Ausstattung mit Räumen und Sachmitteln, zu aktuellen Interessen von Kindern und Jugendlichen, zur Personalsituation, zur Vernetzung und zu seinen Zukunftserwartungen. Dabei handelt es sich nicht um eine repräsentative Erhebung, sondern um einen Versuch, zeitnah und aktuell Einschätzungen zur derzeitigen Lage des Arbeitsfeldes zu gewinnen und entsprechende Stimmungsbilder darzustellen. Geplant ist eine regelmäßige Fortschreibung der Befragung, so dass nach einer gewissen Zeit auch Entwicklungen und Trends über einen längeren Zeitraum beobachtet werden können.

Der KJA-Barometer NRW Nr. 1 steht hier zum Download bereit.

Im Herbst 2019 wird eine zweite Befragung des Panels durchgeführt. Schwerpunkt wird das Thema „Freiwilliges Engagement und Partizipation von Jugendlichen“ sein.

Schwerpunkt des Forschungsprojekts ist die tiefergehende Analyse von Potenzialen der Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen. Es wird von der Hypothese ausgegangen, dass die Kinder- und Jugendarbeit Potenziale der Bildung, der Verantwortungsübernahme, der Vergemeinschaftung und der Integration hat, die sich auf die individuelle Ebene der Adressat/-innen beziehen aber auch Leistungen mit gesellschaftlicher Dimension darstellen. Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht kommt diesen Potenzialen eine grundlegende Bedeutung zu, weil sie Heranwachsenden Chancen und Erfahrungsräume eröffnen, die für das Aufwachsen und das Hineinwachsen in eine komplexer werdende Gesellschaft wichtig sind.

Ziele des Projektes sind, auf einer definitorischen Rahmung der vier genannten Potenziale aufbauend, Forschungsfragen zu entwickeln, mit denen die Praxis der Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen hinsichtlich der Potenziale untersucht werden kann (erste Projektphase). Außerdem wird überprüft, ob und in welcher Form diese Potenziale in der Praxis wahrgenommen werden (zweite Projektphase) und ggf. bei den Adressatinnen und Adressaten der Kinder- und Jugendarbeit Wirkung zeigen (geplante 3. Projektphase).

Im Projektkontext soll folgenden Forschungsfragen nachgegangen werden:

  • Lassen sich die vier Potenziale – Bildungspotenzial, Verantwortungspotenzial, Gemeinschaftspotenzial und Integrationspotenzial – auf beiden Ebenen – individuelle Ebene sowie gesellschaftliche Ebene – abbilden?
  • Wenn ja, wie, d.h. in welcher Charakteristik lassen sich die Potenziale abbilden und ausdifferenzieren?
  • Wie werden diese Zuschreibungen von in der Kinder- und Jugendarbeit erfahrenen Personen wahrgenommen?
  • Was bedeuten die Potenziale der Kinder- und Jugendarbeit für ihre Adressat(inn)en?
    Was bedeuten die Potenziale der Kinder- und Jugendarbeit für die Gesellschaft?

Methodisch wurde in der ersten Projektphase (2017) eine Literatur- und Dokumentenanalyse durchgeführt, in der die wichtigsten Ergebnisse aus aktuellen (empirischen) Forschungsvorhaben, Praxisberichten und weiteren Beiträgen der Beschäftigung mit den Potenzialen der Bildung, der Integration, der Vergemeinschaftung oder der Verantwortungsübernahme ausgewertet und zusammengefasst wurden.

In der zweiten Projektphase (2018) ging es darum, wie die zunächst theoretisch formulierten Potenziale der Kinder- und Jugendarbeit von dort tätigen Personen wahrgenommen werden. Dazu wurden Einzel- und Gruppeninterviews mit Expert(inn)en geführt. Einbezogen wurden Verantwortliche, freiwillig-ehrenamtlich oder hauptberuflich Tätige und Teilnehmende aus verschiedenen Feldern der Kinder- und Jugendarbeit sowie aus städtischen und ländlichen Räumen.

In einer (geplanten) dritten Projektphase (2020) soll den Wirkungen der Kinder- und Jugendarbeit auf der Adressat(inn)en-Ebene nachgegangen werden. Hierzu ist eine Kooperation mit dem DJI-Projekt „AID:A 2019 NRW+“ geplant. Außerdem soll die regelmäßige Panel-Befragung der Expertinnen und Experten der Kinder- und Jugendarbeit fortgesetzt werden.

 

Tagungspräsentationen zum Fachtag „Potenzialen auf der Spur“ am 19. November 2018 in Dortmund
Am 19. November 2018 fand an der TU Dortmund ein Fachtag im Rahmen des Forschungsprojektes „Potenziale der Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen“ statt. Unter dem Titel „Potenzialen auf der Spur“ wurden erste Projektergebnisse zur Charakteristik der vier Potenziale der Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen sowie deren Wahrnehmung von in der Kinder- und Jugendarbeit Erfahrenen vorgestellt.
Hier finden Sie – neben dem Programm und der Präsentation zu den Projektergebnissen – die Präsentationen der eingeladenen Fachleute zu den vier Potenzialen Bildung, Verantwortungsübernahme, Vergemeinschaftung und Integration:

Programm

Potenzialen auf der Spur (Dr. Julia von der Gathen-Huy/Diana Löser/Erich Sass, Forschungsverbund DJI/TU Dortmund)

Potenzial Bildung (Prof. Dr. Marius Harring, Uni Mainz)

Kommentar Bildung (Brigitte Schorn, Arbeitsstelle „Kulturelle Bildung in Schule & Jugendarbeit NRW“)

Potenzial Vergemeinschaftung (Dr. Paul Eisewicht, TU Dortmund)

Potenzial Verantwortungsübernahme (Prof. Dr. Jörn Borke, Hochschule Magdeburg-Stendal)

Potenzial Integration (Dr. Eric van Santen)

Laufzeit

  1. Projektphase: Februar 2017 - Dezember 2017
  2. Projektphase: Januar 2018 - Dezember 2019
  3. Projektphase: Januar 2020 - Dezember 2020

Förderung

Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKFFI)

Mitarbeiter/-innen

Diana Löser
Tel.: 0231/755-7496
E-Mail: diana.loeser@tu-dortmund.de

Erich Sass
Tel.: 0231/755-6554
E-Mail: erich.sass@tu-dortmund.de

Sara Minoris (studentische Mitarbeiterin)
E-Mail: s.minoris@gmx.net